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Erinnerungskultur neu denken!

Leipziger Amtsblatt Nr. 15/2026

In der Geschichtsschreibung unserer Stadt gilt, dass möglichst kommunistische Frauen zu würdigen sind. Da meint die AfD-Fraktion etwas entgegensetzen zu können. Geehrt werden sollen wirkliche Leistungen für unser Vaterland! Da haben wir den Geographen Hans Meyer: Als Inhaber eines Lehrstuhls für Kolonialpolitik wird der zum „Kolonialpolitiker“. Und so wird der Erstbesteiger des Kilimandscharo zum bösen „Kolonialisten“. Weiter geht es mit dem im April 1945 von den Amerikanern eingesetzte Leipziger Oberbürgermeister Hans Vierling. Der Mann hat unter größter Gefahr erste Aufräumarbeiten und Instandsetzungen in die Wege geleitet. Klar, als die Sowjets nach Leipzig kamen, wurde dieser tapfere Mann abgesetzt. Er war ja schließlich Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei – wie übrigens Carl Friedrich Goerdeler auch! Und nach der Wende: Fehlanzeige! Geht nicht, weder links noch Frau! Schließlich haben wir noch den Ersten Bürgermeister von 1945 bis 1950 Johannes Sachse, der als Beigeordneter für Handel und Versorgung in schlimmster Zeit Leipzig aus größter Not befreite. Als Verweigerer der stalinistischen Gleichschaltung musste er in den Westen fliehen. Auch nach der Wende gab es für ihn kein Gedenken. Das Leistungsprinzip muss endlich wieder in Leipzig in der Erinnerungskultur gelten!

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